Die Wiederentdeckung der “olde borg”

Bis vor einigen Jahren hatte sich eigentlich niemand so richtig für die Geschichte Oldeborgs interessiert. Als dann im Zuge der Dorferneuerung durch historische Funde erneut Zeugnisse der Vergangenheit gefunden wurden, weckten diese das Interesse. Die Ergebnisse von zunächst privaten Nachforschungen führten zu einer breiteren Begeisterung für das historische Erbe Oldeborgs und zu der Erkenntnis, dass ein wesentlicher Teil der Geschichte Ostfrieslands im 14. und 15. Jahrhundert von Oldeborg aus geschrieben wurde und zwar von der Häuptlingsfamilie tom Brook. So wurde am 28. Oktober 1997, in Anlehnung an das historische Datum der Schlacht auf den Wilden Äckern im Jahre 1427, der Kulturkreis “tom Brook” Oldeborg e.V. gegründet. Die Vereinsarbeit wurde auf drei Säulen gestellt:

– Die Aufarbeitung der Häuptlingsgeschichte der ”tom Brook”
– Die Bodenforschung zur Rekonstruktion der “olde Borg”
– Die Darstellung der Orts-, Haus- und Hofgeschichte.

In drei bei Straßenarbeiten entdeckten Torfsodenbrunnen, die auf das 9. Jahrhundert datiert werden, wurden Stücke gefunden, die auf eine dichte und wohl befestigte Siedlung schließen lassen. Die mittlerweile umfangreicheren Recherchen deuten darauf hin, daß es in und um Oldeborg drei Burgstellen gegeben hat.:

Die älteste Burg ist möglicherweise vom Bischof von Münster in Fehnhusen erbaut worden.

Die Familie tom Brook errichtete in Norden zunächst eine kleinere Burg, die dann von einer größeren abgelöst wurde, die etwa das heutige Dorf Oldeborg einschließt.

Bevor mit Grabungen begonnen wurde, sind zunächst Luftbildanalysen erstellt worden, die Aufschluss über die Vollständigkeit der bislang zusammengetragenen Informationen sowie über die Zulässigkeit der daraus abzuleitenden Schlussfolgerungen geben und die ein gezieltes Vorgehen bei der Erforschung des geschichtsträchtigen Bodens erlauben.

Heiko Ockenga – Vorsitzender