Schulwesen

Das Schulwesen befand sich hauptsächlich in Händen der Kirche ebenso wie die Betreuung von Kranken. Daneben wurden Privatlehrer beschäftigt, meistens Geistliche.

In den Klosterschulen saßen die Schüler auf dem Boden. Wichtig war, dass sie den Psalter lernten. Da es keine Bücher gab, musste der Text so häufig wiederholt werden, bis er auswendig saß. Leibesstrafen – mit der Rute – waren üblich. Die Leibesstrafe sollte gleichzeitig das Kind beschämen. Deswegen wurden häufig Prügelstrafen auf den nackten Po verhängt. Gern wurden die Kinder dazu verurteilt, mit nackten Füßen am Unterricht teilzunehmen, damit sie nicht einschliefen. In diesen Schulen verwischt sich die soziale Herkunft. Bauernjunge und Schiffersohn haben die gleichen Möglichkeiten. In den Klosterschulen treffen sich Menschen aus verschiedenen Lebenskreisen und mit verschiedenen Altersstufen, denn es gab kaum Jahrgangsklassen. Die Kirche gab die Möglichkeit zum Aufstieg.

Als die Hanse sich gegründet hatte, wurden dort auch Schulen eingerichtet für den Kaufmannsnachwuchs. Was man dort lernte war nicht eben viel: schreiben und rechnen, ein wenig Latein. Wichtig nur, dass die Schüler still saßen und … schwiegen.

(Auch im Mittelalter gab es im Kaiserreich schon Universitäten. Doch diese möchte ich aussparen, weil wir in Ostfriesland keine vorfinden.)

Gunda von Dehn